Madeira 16. bis 30. Juli 1998 (c) Frank Wedekind 98
Als eines meiner Lieblings-Urlaubsziele stand noch immer Madeira auf der Liste. Komischerweise habe ich es in der Vergangenheit nie geschafft, dorthin zu gelangen. Irgendwelche organisatorischen oder persönlichen Gründe standen immer im Wege. Kurzentschlossen (Buchung am 8.7.) habe ich 14 Tage für DM 1889.- ab Hannover mit Hapag Lloyd und Olimar Reisen gebucht. Als Hotel wählte ich das 4**** Royal Orchid (ÜF) in Canico-de-Baixo (Kanißu-de-baschu). Das Galomar*** (TUI), welches direkt an der Manta-Rainer-Tauchbasis liegt, war durch Bauarbeiten am benachbarten Ondamar **** aus dem Raster gefallen.
Das Hotel ist gut. Die Zimmer haben Meerblick und Balkon, es ist ruhig, Pool und Fitness vorhanden - Madeira ist keine Krawallinsel, sondern eher ein Ort des ruhigen Bürgertums. C-d-B ist fest in Deutscher Hand - aber nicht unangenehm. Insgesamt macht sich der Eindruck eines einfachen Kurortes breit. Die Hotels sind immer in Privathäuser eingebettet, so dass niemals ein Ghetto-Charakter entsteht. Discos gibt es nicht, Kneipen und Restaurants in allen Schattierungen reichlich. Ab 23.oo Uhr wird es ruhig. Die Gäste kommen zwischen 8.oo und 9.oo Uhr zum Frühstück. Es wird gut verzehrt, aber besoffen ist hier niemand.

Die Preise sind Europäisch. Ein Bier kostet DM 3.-, eine Flasche Wein zwischen DM 10 und
20.-, ein Fischgericht zwischen 12 und 20.- Zu empfehlen ist Espada (Eschpahdah), eine Art
Tiefsee-Aal, Papageienfisch und Espetada (Eschpetada), ein besonderer Fleischspiess. Pizza
gibt es natürlich auch (Pizzeria Galomar - nicht schlecht)!


Über den Fahrstuhl des Hotel Galomar (5 Fußminuten vom Royal Orchid) erreicht man die
Manta-Tauchbasis. Zur Erinnerung: Madeira hat keine Strände, nur Steilküsten.
Hier sei gleich darauf hingewiesen, dass Madeira keine Badeinsel ist. "Bounty-Strände" gibt es hier nicht - dafür aber eine wunderschöne, abwechselungsreiche Landschaft mit einmaliger Vergetation. Die Menschen sind freundlich, die Preise mäßig und wem es am Meer zu warm ist (Juli: ~27°C), der fährt in die Berge und macht einen Spaziergang entlang der Bewässerungskanäle, die hier Levadas heißen.
Zur Lektüre sei der Baederker Reiseführer Madeira empfohlen, der auch eine gute Karte hat (DM 24,80 ISBN 3-89525-435-5). Das m.E. wichtigste Buch im Gepäck ist jedoch der Wanderführer Richtig Wandern Madeira vom DuMont-Verlag (DM 29.80 ISBN 3-7701-3435-4). Die Wanderungen sind detailliert mit Liebe zum Detail und Sachverstand geschrieben - ein tolles Buch vom Autor Harald Pittracher. Ergänzungen zu einigen Wanderungen später.
Wie auf den meisten Urlaubsinseln, hat es sich auch auf Madeira durchgesetzt, dass die Touristen mit kleinen Mietwagen die Insel erkunden. Madeira ist jedoch nicht mit Teneriffa oder gar Mallorca zu vergleichen: Madeira hat etwa 300.000 Touristen im Jahr, Mallorcas Airport schafft 100.000 am Tag! Wie sich die Insel künftig entwickeln wird, bleibt abzuwarten, denn derzeit ist das Touristenaufkommen noch durch den kleinen Airport begrenzt. Aber es wird überall gebaut und im Jahr 2ooo wird die lange Landebahn in Betrieb sein, so dass auch große Jets landen können.
Bei Insular Car in C-d-B gegenüber dem Royal Orchid kostete ein Renault Clio DM 340.- (=34.000 Escudos Abk. "$") für 8 Tage incl. aller Nebenkosten zzgl. Benzin (DM 1,60 pro Liter).
Wer wandern will, braucht den Mietwagen nicht unbedingt, da sich mit dem Bus quasi alle Punkte der Insel erreichen lassen. Auch Taxen finden sich an vielen Wanderungs-Endpunkten. Mit einem D-Netz-Handy kann man überall telefonieren - also auch ein Taxi rufen - sehr praktisch.
Um sich einen Überblick zu verschaffen, ist ein Mietwagen jedoch sehr praktisch und beinahe unverzichtbar, zwei Tage Auto sollte man sich gönnen.
Wie gesagt, im hevorragenden Wanderführer von Pittracher ist alles detailliert beschrieben, daher hier nur einige Ergänzungen: Für die Erkundung der Insel sollte man 4-5 Tage Zeit haben.

