Tauchen auf Kuba
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mit rechter Maustaste) Ein Urlaub in der Karibik ist für Taucher natürlich auch mit einer Erkundung der diversen Tauchgründe verbunden. Kuba war eine Notlösung, denn eigentlich war es geplant, nach Mexico zu fliegen. Mein Kollege und Freund Friedhold, der diesen Urlaub plante, kam drei Wochen vor Reiseantritt mit der Nachricht, dass Martin Air den Flugplan geändert habe und wir zwischen Storno und Kuba wählen konnten. Da die Beziehungsprobleme mit unseren Frauen noch immer gärten, haben wir Kuba natürlich akzeptiert.
Das Hotel heißt "Carisol LTI", liegt ca. eine Stunde Busfahrt östlich von Santiago de Kuba im Bocanao-Naturschutzgebiet. Das bedeutet viel Gegend und wenig Kultur. Drei km westlich des Hotels ist das Sigua Scuba Diving Center. Ein Bus fährt jeden Morgen um 8h30; die Fahrt kostet $2.- hin und zurück.
Die Basis liegt an einem maroden, kleinen Hafen, der früher einmal zum Delfinarium gehörte, das jetzt 1km westlich der Basis ist.
Die Basis ist sauber, das Equipment einfach. Après-dive gibt es nicht, der Kühlschrank ist oft leer - real-existierender-Sozialismus! Auch Süßwasser zum Spülen der Ausrüstung ist Mangelware. Getaucht wird mit 10L Stahlflaschen (rostig!). 10 TG kosten $240 mit eigenem Equipment plus $5 für Leihequipment. Ein TG kostet $30.
Es gibt zwei Boote: Ein offenes mit 2x 60PS Outboard und ein Kajütboot von etwa 10m Länge. Der Einstieg ins Boot nach dem Tauchgang ist nichts für unsportliche Taucher. Es gibt keine Leitern und die Badeplattform am Kajütboot ist viel zu hoch. So erkannte man alle Taucher an blauen Flecken, die sie sich beim mühevollen Klettern aus dem Wasser zugezogen hatten. Interessant war auch das Tauwerk auf den Booten - es waren halt irgendwelche zusammengeknoteten "Wäscheleinen.
Die Tauchguides sind recht locker im Umgang mit Kunden und der Sicherheit. Es wird zwar gesagt, "were diving with the international safety-rules, de facto sollte man sich aber unbedingt auf seine eigenen Erfahrungen verlassen. Ich halte 40-50 Min. OFP für zu wenig - was mein Aladin auch so sah und mich mit Dekozeiten und der "Atn.-Anzeige strafte. Es wird kein Check-dive gemacht - ich weiß nicht, wie der Guide meinen Ausbildungsstand einschätzen wollte - Deutsch konnte er nicht (mein Logbuch ist in Deutsch). Auch das Briefing war eher mager: "Dis is Mogotes-reef. Max depth 26m. Auf Strömungen wurde nicht hingewiesen, die Tauchplätze wurden auch oft gegen die Strömung und an der flachsten Stelle angefahren, so dass man sich gegen die Strömung in zunehmende Tiefen begab. Bei 50 Bar wurde stumpf aufgetaucht - von Austauchen konnte nicht die Rede sein. Tauchplätze Das Wasser war teilweise etwas trübe (Sicht 10m) und gelegentlich gab es unangenehme Stömungen. Wassertemperatur ca 26C - Shorty genügt.
Die Tauchplätze waren sehr ähnlich denen, die ich auf den Bahamas kennengelernt hatte: Sandflächen mit Korallenblöcken. Ein Schiff (Ferri-Wrack) war als Tauchplatz versenkt worden (32m). Die Korallenwelt ist Karibik-typisch: Riesige Becherkorallen, viele Gorgonien und Schwämme. Großfisch gab es praktisch gar nicht, was (so sagten die Guides) an der Fischerei-Saison liegt, die von April bis September dauert. Danach soll es wieder alles geben. Die Fischer müssen schnell und gründlich sein, es war der 5. April. Rausch am Ferri Wrack Am zweiten Tag stiegen wir (Guide und ich) zum Ferri-Wrack ab. Hier traf mich die Fehlplanung des Tauchganges gnadenlos: Der Guide hatte sich um 100m verschätzt, die wir auf 30m gegen! die Strömung zurücklegen mußten. Die Quittung kam, als wir ins Wrack einsteigen, ich hatte einen satten Tiefenrausch. So zog ich meinem Guide an der Flosse und signalisierte "Problem. Ich stieg dann auf etwa 22m und hängte mich ein paar Minuten an die Reling, bis ich wieder klar war. Dann sind wir eingestiegen. Das Wrack liegt kielunten und ist mit reichlich Löchern in der Bordwand versehen. Es ist einfach zu betauchen. Besondere Gefahren habe ich nicht gefunden. Leider hatten wir keine Lampe, so dass ich nur in Räume getaucht bin, die große Eingänge hatten und genügend Licht boten. Auch das war mir eigentlich schon zu unsicher, zumal mein Partner meine Probleme am Anfang nicht einmal ansatzweise bemerkt hat. Morillos Dieser Tauchplatz liegt ca. 1h Bootsfahrt östlich der
Basis, nahe am Guantanamo-Sperrgebiet. Angeblich soll Jaques Cousteau hier getaucht haben.
Sicher war dies der schönste Tauchgang. Das Gebirge geht hier steil ins Meer, so dass
wunderbar bewachsene Felshänge zu sehen sind. Strömung war keine. Leider hat sich auch
hier wieder die schlechte Vorbereitung gerächt. Wir waren 11 Taucher, davon 2 Guides, die
vorne schwammen. Ich tauchte am Schluss mit einem Italiener, der vor 2 Jahren seinen Open
Water gemacht hatte und dessen 2. TG nach dem OW dieser war. Es ihm deutlich anzumerken,
dass die "blaue Tiefe" der Felshänge ihn nervös machte. Er hatte bis dahin nur
über Grund getaucht. Nach 20 Min. hatte er die Flasche auf 50 Bar leergeatmet, so dass
ich mit zum Boot zurückgekehrt bin. Selbst hatte ich noch 120 Bar - wir waren auf 15 - 20
m. Fazit Lampe immer mitnehmen, auch wenn man meint, es sei hell genug in der Karibik. Irgendwo ist dann doch die Grotte oder das Wrack - dann wird es ärgerlich. Anfänger sollten nur in Begleitung eines erfahrenen vertrauten Partners tauchen. Ausrüstung besser selbst mitbringen. Eigene Leistung einschätzen: Ich dachte ich sei fit und hatte trotzdem einen Tiefenrausch durch Anstrengung und schlechte Tagesform (vielleicht auch durch den Silver Ron am Vorabend). Keine Erwartungen an spektakuläre Drop-offs o.ä. stellen - hier ist es am schönsten, in geringer Tiefe durch die sehr schönen Korallengärten zu "schlendern. Und hier liegt auch das Schöne: Der helle Sand reflektiert das Licht und man kann die Farben der Korallen intensiver genießen als in komplett bewachsenen Revieren. Mein Tip: 4-6 TG reichen. Plätze: CoralGarden2, Morillos, Mogotes, Ferri-Wrack Kommentar Zunächst habe ich mich innerlich aufgeregt, als ich
sah, dass an den Haus-Zacki nicht nur der Fisch sondern auch gleich die Plastiktüte
mitverfüttert wurde. Kommentar an Land: "oh, he likes it". Ferner wurden
gefundene Lobster von den Guides auch aus den Höhlen gezerrt und mitgenommen. |