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Auto

Mein Lieblingsauto war und ist der Porsche 924 in Rot. Ich habe zwei dieser Fahrzeuge gefahren. Einen 82er bis km 330.000 und dann verkauft und einen 87er, der bis 2003 in meinem Besitz war.

Ich bin vom Konzept dieser Fahrzeuge voll überzeugt und würde jederzeit wieder so ein Fahrzeug kaufen. Leider wurden die letzten 924er im Jahre 1988 gebaut.

Für den Sommer hatte ich einen 944S2Cabrio und und fuhr im Winter den o.g. 924er. Die Fahrleistungen des 944s2 sind bestechend - allerdings ist die Wirtschaftlichkeit des 944s2 nicht in dem Maße gegeben wie beim 924s.

Die Porschezeit ist nun vorbei, da ich bedingt durch mein Modellflughobby einen Kombi fahre.

Jetzt ein paar Worte an alle Fans dieser Fahrzeuge:

  • Zahnriemen:
    Dieser ++muss++ alle 80.000km gewechselt werden - und zwar beide! Bei 160.000km müssen auch die Spannrollen getauscht werden (ca. DM 400.-). Falls die Simmerringe an den Ausgleichswellen und der Kurbelwelle undicht sind: Wechseln! Das Öl verkürzt die Lebensdauer der Zahnriemen.
    Bei Nichtbeachtung: Kapitaler Motorschaden. DM 3000.- bis 6000.-
  • Öl:
    Auf ausreichenden Olstand achten und den Motor warmfahren - er ist aus Aluminium.
  • Beim 3L 16V-Motor der 944S2:
    Die Sache mit dem Zahnriemen gilt auch.
    Zusätzlich:
    Der 16V hat 2 Nockenwellen. Diese sind über eine "Fahrradkette" verbunden. Ein Kettenspanner mit einer Kunststoff-Gleitfäche spannt die Kette.
    Hier beginnt das Problem: Der Kunststoff altert und verschleißt - es brechen Teile ab! Folge: Die Kette reißt, der Motor stirbt. Kosten: ab DM 10.000.- Außerdem können die Zähne der Kettenräder verschleißen.
  • Abhilfe:
    Ventildeckel abnehmen, den Spanner und die Kettenräder kontrollieren. Den Spanner (besser: die Kunststoff-Reibfläche) kann man leicht selbst ersetzen (DM 10.-!). Falls die Zähne abgenutzt sind, hilft nur die Werksatt mit neuen Nockenwellen (ca. DM 800.- das Stück).
  • Und So geht es:
    Diese Anleitung ist in enger Anlehnung an eine Mail von [Jürgen Jagst] entstanden, bei dem ich mich herzlich bedanke.
    Motor kalt, Motorhaube auf, Zündkerzenstecker ziehen, Halteklammern der Kabel abschrauben (Position der Zündkerzenstecker merken!) und mit Inbusschlüssel (6mm) alle Schrauben des Ventildeckels lösen. Diese haben eine Sicherungskerbe, sind also nicht leicht herauszuziehen aus dem Deckel.

    Wenn sie lose sind mit etwas Kraft herausziehen, dabei den eigentlichen Deckel festhalten.

    Die Schraubenpositionen merken, da sie verschiedene Längen haben. Den Ventildeckel abheben. Es geht ein wenig hakelig, da am unteren Ende die Einspritzleitungen im Wege sind, aber es geht.

    In der Mitte ist eine Kette zu sehen. Dazwischen ist der Kettenspanner. Mit Blättern von einer Rolle Küchenpapier oder Lappen die Zündkerzenlöcher und den Bereich um den Spanner etwas zustopfen, falls etwas herunterfällt und dann nicht irgendwo verschwindet wo Du es dann nicht mehr herauskriegst. Links neben dem Kettenspanner ist die Ölleitung für die Dämpfung (sieht aus wie ein J). Beide Hohlschrauben lösen. (Inbus 8mm)

    Vorsicht: Jede der beiden Schrauben hat zwei Aludichtringe. Nicht verlieren!!!. J-Ölleitung herausnehmen. Die beiden Inbusschrauben des Kettenspanners lösen und diesen rausnehmen. Die Kette ist nun lose und - DARF AUF KEINEN FALL AUF DEN ZAHNRÄDERN ÜBERSPRINGEN!!!!!

    Den Spanner etwas zusammendrücken und nach hinten ausbauen.

    Die Gleitschienen ersetzen. Die Obere (928 105 509 01) wird nur (richtig herum!!!) gesteckt.

    Die untere gibt es nur als Einheit mit dem Spanner (DM 400.-), obwohl sie eine Porsche-Nr. (928 105 347 01) hat.

    Zusammenbau wie oben nur rückwärts. Kettenspanner einbauen und dann erneut J-Ölleitung mit je zwei Dichtungen einbauen. Öldeckeldichtungen richtig positionieren.
    Zahnräder prüfen: Mit Edding-Stift einen Zahn markieren. 3. oder 4. Gang einlegen und Auto nach hinten schieben. Zähne dabei auf Abnutzung überprüfen. Die Zähne müssen gut in die "Löcher" der Kette hineinragen - einfach mal beim Fahrrad nachsehen, wie es sein muss. Bei Zweifeln einen Fachmann zu Rate ziehen. Wie gesagt, die Folgen im Versagensfalle sind katastrophal.

    Deckel drauf und Schrauben über kreuz von innen nach außen anziehen. Alle Schrauben gut anziehen und NICHT ANKNALLEN!!! Die Hohlschrauben sind sehr leicht abzureißen!!!
    Sauberkeit ist oberstes Gebot.
    Zeitdauer 30-45min.
    Inbusschlüsselsatz von guter Qualität wird gebraucht. Ein Akkuschrauber erleichtert das Abnehmen der 13 Zylinderkopfschrauben.

    Bitte keine Lappen oder Papier im Zylinderkopf vergessen.

    Die Teile sind im Versand erhältlich bei

    Jochen Bayer – Porscheteile
    Ostendstr. 11
    64319 Pfungstadt
    Tel. 06157/8 46 66

    Bilder [1]  [2]  [3]

    • Links
      http://www.944er.de/
      http://www.ig924-944-968.de/
      http://www.944-fans.de/
      http://www.pff-online.de/
      http://www.planet-interkom.de/reinhard.hund/kettenspanner.html
    • Die Gleitschiene auf dem Kettenspanner
      Auf der Seite von Reinhard Hund (s.o.) kann man sich über das Versagen des Kunststoffteils informieren. Meine Gleitschiene war nach 113000km und 11J. noch ok. Ich habe aber aus Werkstätten schon von Motoren gehört, die nach 40000km Probleme hatten.
      Woran kann das liegen?
      Die chemischen Prozesse im Motor sind sehr vielfältig - ein paar Dinge sind aber klar: Wir haben Hitze (120-150°C Öltemperatur), Reibung, Lösemitteldämpfe aus dem Öl und Katalysatoren in Form feinster Abriebe vom Metall. (Katalysatoren begünstigen chemische Reaktionen)
      Das alleine sind schon Bedingungen, die eine breite Palette an Reaktionen ermöglichen.
      Wer im Chemieunterricht aufgepasst hat, wird wissen, dass Erdöl mit Hitze und Metallkatalysatoren gecrackt wird - d.h. aus langen Molekülen werden kurze gemacht.
      Genau das passiert auch im Motor: Das Öl wird gecrackt - es altert und verliert die Schmierfähigkeit. Die Crackprodukte kann man sogar riechen, wenn man den Öldeckel bei heißem Motor öffnet.
      Damit nicht genug: Teile der Crackprodukte verbinden sich mit Sauerstoff und bilden sog. Säureteere - also Ölprodukte, die sich wie eine schwache Säure verhalten (darum soll man das Öl vor der Winterpause wechseln).
      Synthetische Leichtlauföle bestehen nur aus langen, geraden Ketten (wie Spaghetti). Andere Öle enthalten auch Verzweigungen wie ein dünner Ast ohne Blätter eben. Die unverzweigten, synthetischen Öle haben in einem weiten Bereich sehr definierte Eigenschaften und (!) sind nicht so crackanfällig - auch Äste brechen meistens an den Verzweigungen.

      Fassen wir zusammen:
      Der Kunststoff ist folgenden Bedingungen ausgesetzt: Wärme, Reibung, Öl, Sauerstoff, Crackprodukte, Katalysatoren, Druck (5 bar).
      Die Zusammensetzung der Crackprodukte hängt ab von: Temperatur, Ölsorte, Druck

      Fazit:
      Je nach Ölsorte, Fahrweise und Wechselintervall hat jede Gleitschiene ihre eigene Geschichte. Alle haben jedoch viel chemischen Stress und es wundert mich, dass sie überhaupt so lange halten. Nur schade, dass Porsche 10J. Rostgarantie gibt und eine solch einfache Reparatur nicht in die Wartung einbezieht.
15. Januar 2010